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Vereinsüberblick


Rote Rosen für die Damen - SK Mitwitz feierte am 26.04.08 
sein 50-jähriges Bestehen

Mitwitz (fb). Im festlich geschmückten Saal des Gasthofes Häublein feierte der Schachklub Mitwitz sein 50-jähriges Bestehen.

Unter den zahlreichen Ehrengästen, die dem Geburtstagskind auf das Herzlichste gratulierten, waren nicht nur die Gründungsmitglieder Eugen Engelhardt, Emil Drexel und Helmut Schilling, sondern auch Landrat Oswald Marr, BLSV-Kreisvorsitzender Karl-Heinz Fick, Ehrenbürger Dr. Heinz Köhler und Schirmherr Bürgermeister Hans-Peter Laschka.

Im Namen des Bayerischen Schachbundes sprachen Schatzmeister Ingo Thorn vom Coburger SV und Schriftführer Hans Ulrich Herdin herzliche Glückwünsche aus. Auch der Schachpräsident Oberfrankens, Tom Carl, aus Weidhausen ließ es sich nicht nehmen, den Mitwitzer Schachlern alles Gute für die Zukunft zu wünschen. Der 1. Vorsitzende des Kronacher SK, Hans Blinzler, drückte bildhaft aus, wie ein Verein zusammengehalten wird. Für die Mitwitzer Schachjugend brachte Stefan Wunder aus Nordhalben ein entsprechendes Lernprogramm als Gastgeschenk mit. Otti Fischer vom befreundeten Gesangverein Harmonie erinnerte an den gemeinsamen Spiel- beziehungsweise Singabend und hofft auch weiterhin auf ein problemfreies Miteinander.

1. Vorsitzender Gerhard Kohles freute sich über die lobenden Worte der Ehrengäste, die vor allem betonten, wie wichtig eine gute Jugendarbeit sei. Genau kannten sich in ihren kurzweiligen Grußworten sowohl Karl-Heinz Fick, der dem Verein eine Ehrenurkunde überreichte, als auch Hans-Peter Laschka in der Geschichte des Schachsports aus.

Festausschuss-Vorsitzender Friedrich Bürger hatte mit dem Gedicht von Eugen Roth „Schach – ein Spiel für hohe Meister" die Jubiläumsfeier eröffnet und allen anwesenden 20 Damen ein rote Rose versprochen, die es vor dem Nachhauseweg einzulösen gab. Er führte durch das abwechslungsreiche Programm und leitete zur Bläsergruppe mit Stephan Karl und Jakob Wenzel über, die der Feier sogleich eine festliche Note gaben. Passend zum Schachspiel bewegten sich die Danc4fun-Mädels von Bettina Witter zu einer orientalischen Musik. Wie bekannt kommt ja das königliche Spiel ursprünglich nicht gerade aus Deutschland.

Musikalisch begleitet wurde der Festabend von Andrea Nowak, die auf dem Klavier ihr Können zeigte und u.a. mit dem Lied „Ein schöner Tag" brillierte.

Bei den anstehenden Ehrungen wurde 1. Vorsitzender Gerhard Kohles von der Ehrendame Antonia Bürger unterstützt, die einen Frankenwein reichte.

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden Hubert Konradi, Thomas Höhn, Gerhard Kohles, Günter Hofmann und Peter Brehm ausgezeichnet.

40 Jahre oder länger sind beim Schachklub Hermann Höhn, Helmut Hofmann, Reinhold Hofmann, Karl-Heinz Hüttinger, Siegfried Kramer und Karl-Heinz Schmid.

Von Anfang an dabei und damit Gründungsmitglieder oder Männer der ersten Stunde sind August Brehm, Helmut Schilling, Eugen Engelhardt, Emil Drexel und Horst Engel. Anwesend war auch Heinz Kestel, der ebenso wie die ehemaligen Mitwitzer Spieler Dr. Andreas Fischer und Werner Frank aus der Ferne angereist waren.

Besondere Ehre wurde Jugendleiter Horst Sladek zuteil, der zudem die Chance nutzte, um die Jugendlichen Sebastian Höllein und Robert Kern mit dem Königsdiplom auszuzeichnen.

 

Arno Schardt und Friedrich Bürger wurden für langjährige besondere Verdienste geehrt. Der Vorstand selbst erhielt vom Festausschuss-Vorsitzenden einen Geschenkkorb, den Vereinswirtin Gudrun Häublein, die an diesem Abend für das Festessen sorgte, zusammengestellt hatte. Auch der Vereinswirt Günter Häublein war von dem harmonischen Ablauf der Feierlichkeiten angetan.

Stellvertretende Schriftführerin Monika Hüttinger las gekonnt aus der von ihr selbst verfassten, einst von Helmut Schilling niedergeschriebenen und von Friedrich Bürger ergänzten Schachchronik vor:

„Mit dem Erstarken des Bürgertums im 19. Jahrhundert entstanden die ersten Mitwitzer Vereine (heute sind es mehr als 40), so zum Beispiel die Feuerwehr oder der Gesangverein.

Auf diesem Hintergrund ist der Schachklub Mitwitz mit seinen 50 Jahren ein noch junger Verein, der aber durchaus stolz auf seine Geschichte blicken kann.

So hatte der Verein vor einigen Jahren unter den Talenten Markus und Gerhard Rupp, Heiko Rosenbauer, Daniel Zitzmann, Günter Hofmann und dem Spitzenspieler Karl-Heinz Hüttinger große Ambitionen. Der Aufstieg in die höchste oberfränkische Liga wurde damals nur um ein Haar im Entscheidungsspiel gegen die Bindlacher Schachfreunde verpasst. Um diese Zeit konnte auch das Sommerturnier gewonnen werden und die Schulschachmannschaft des KZG Kronach sorgte mit den Mitwitzer Jugendlichen auf Bayernebene für Furore.

Auch im Einzelsport hatte man zumindest auf Kreis- beziehungsweise Bezirksebene mit Karl-Heinz Hüttinger und dem Jugendlichen Markus Rupp stets heiße Eisen im Feuer.

Zahlreiche Veranstaltungen wurden vom Schachklub in Mitwitz in hervorragender Manier ausgetragen:

Bayerische Jugend-Einzelmeisterschaft (1975),

Bayerische Senioren-Einzelmeisterschaft (1978),

Oberfränkische Meisterschaften für Damen und Herren (1980).

Als Vorstände fungierten Karl Adam, Emil Krauß, Horst Engel, Peter Brungs, Horst Engel, Fritz Bürger, Arno Schardt, Friedrich Bürger und seit 1995 Gerhard Kohles.

Momentan fährt der Verein unter der tüchtigen Vorstandschaft von Gerhard Kohles(1. Vorsitzender), Arno Schardt (2. Vorsitzender), Karl-Heinz und Monika Hüttinger (Schriftführer, Presse) und Thomas Bürger (Kassierer) eher im ruhigen Fahrwasser. Zum Festausschuss gehören Friedrich Bürger, August Brehm, Willibald Zitzmann und Hubert Konradi. Die Mitgliederzahl des Vereins ist stabil; 12 Jugendliche gehören dazu. Recht solide spielen die Mannschaften (1. Mannschaft Kreisoberliga CO/NEC/LIF/KC; 2. Mannschaft Kreisklasse II LIF/KC; 5. Platz der Jugend bei der Kreismannschaftsmeisterschaft) in ihren Ligen. Wichtig ist, dass die Geselligkeit nicht zu kurz kommt, dafür sorgen die montäglichen Spielabende und die zahlreichen Vereinsturniere; auch der rührige Vereinswirt Günter Häublein (Vereinslokal: Gaststätte Häublein - „Feick")gibt als Turnierleiter sein bestes.

Mit August Brehm spielt heute noch ein Gründungsmitglied aktiv in der 2. Mannschaft. Weitere Gründungsmitglieder (Helmut Schilling, Eugen Engelhardt, Horst Engel und Emil Drexel) nehmen zumindest interessiert am Geschehen ihrer „Schachler" Anteil. Auch die Jugendarbeit kommt unter der Leitung des engagierten Horst Sladek nicht zu kurz.

Der Schachklub Mitwitz bildet eine gelungene Gemeinschaft von Alt und Jung und braucht sich um seine Zukunft nicht übermäßig sorgen.

Zum Schluss sei nochmals ein Blick in die Geschichte erlaubt: Im Jahr 1965 spielte Fritz Häublein (Vereinswirt und Spieler des SK Mitwitz)gegen den Schach-Weltmeister Tigran Petrosjan, der im Rahmen einer Simultanvorstellung in Hof/Saaale weilte. Der Mitwitzer erkämpfte gegen den sichtlich schockierten Weltmeister ein überraschendes Unentschieden. Ein sensationelles Ergebnis und ein absolutes Highlight für uns Mitwitzer Schacher."

In seiner Festanssprache ergänzte der 1. Vorsitzende Gerhard Kohles das historische Geschehen um die ein oder andere Geschichte zum Schmunzeln und sprach abschließend seinen Dank aus. Denn nur mit Hilfe vieler engagierter Kräfte konnte das Fest gelingen.

Arno Schardt präsentierte eine gelungene Festschrift, die durch die Unterstützung der Sponsoren Franken Bräu, Raiffeisenbank, Sparkasse, Möbel Mäusbacher und Metzgerei Häublein sogar in Farbe aufgelegt werden konnte. Sie fand bei allen Wohlwollen und enthielt historische und aktuelle Bilder und Geschehnisse aus dem Vereinsleben.

Der gemütliche Teil schloss sich an, manch lustige Episode wurde aufgewärmt und ausgetauscht und verlorene Schachpartien wurden zumindest im Geiste im Nachhinein noch gewonnen.

Keine der anwesenden Damen vergaß zum Schluss die rote Rose, diesmal als Symbol für Geduld und Verständnis.

Friedrich Bürger

Mitwitz, 26. April 2008


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